Leseprobe

Die GRÜNEN einst und jetzt
Satiren, heitere Verse und Kurzgeschichten
ISBN 9781549681431

Die GRÜNEN einst und jetzt


Sie waren einst mal Friedensaktivisten,
Sind jetzt Kriegstreiber und Militaristen,
Befeuern jeden Nato-Kriegseinsatz,
Mit ihren falschen Propheten und in der taz.

Sie waren für soziale Gerechtigkeit,
Sind jetzt zu deren Abbau stets bereit;
Als wendige Lobbyisten dienen sie
Der Konzern- und Finanz-Oligarchie.

Und nun, das ist der allergrößte Spaß,
Sie wollen US-Import-Fracking-Gas!
Man lacht und sieht ihren Bankrott mit Wonne,
Sie sind die größten Heuchler unt'r der Sonne.

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Olivgrüne Lügen
oder
Das exemplarische Quartett

Die Göring, Schulz und Harms und Beck
Sind Sklaven ihrer Lügen,
Das Lügen ist ihr Lebenszweck,
Das Lügen und Betrügen. 

1

Die Göring allen Ernstes spricht:
„Es gibt gar keine Faschisten,
In gesamter Ukraine nicht,
Nur zahme Extremisten.

Die sind im Parlament sogar
Und stellen drei Minister,
Sind konsequent und radikal,
Und mir im Geist Geschwister.“

2

Und Schulz meint: „Das Regime ist futsch,
Es siegten – Heil! – die Helden,
Wir halfen ihnen, es war kein Putsch,
Sie werden es uns entgelten.

Aggressor aber ist Putin,
Die Krim er annektierte,
Ganz ohne Krieg gelang es ihm,
Was ich gar nicht kapierte.“

3 

Es klagt die Harms, die Ostwühlmaus:
„Nach Russland darf ich nimmer,
Verboten hat's mir der Kremlkauz,
Das ist ein furchtbar Schlimmer.

Ich wollt doch nur das Riesenland
Mit Freisinn infiltrieren.
Nun hoffe ich, Banderistan
Wird Russland infizieren.“

4

Und es meint die Lehrerin Beck:
„Das Massaker von Odessa,
Es diente dem russischen Zweck,
Ich weiß das wirklich besser.

Denn Russland, das ist immer schuld,
Bei weltweit jedem Schaden,
In Russland ist das Böse Kult,
Da helfen nur Soldaten.“

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Interview mit Herrn Gockel

„Danke noch mal, Herr Gockel, dass Sie sich bereit erklärt haben für ein Interview, direkt nach Ihrem Auftritt mit dem Präsidenten von VSA.“
  „Boahhhh, was für eine Hitze aber auch!“, prustet der in einem grauen Anzug steckende Gockel.
  „Ja, es ist sehr heiß, in der Tat. Müssen Sie diesen Anzug tragen?“
  „Das gehört sich so, junger Mann.“
  „Was bedeutet Ihnen Ihr gemeinsamer Auftritt mit dem Präsidenten von VSA?“
  „Es war überwältigend! Das mir das noch vergönnt war, in meinem Alter! Der mächtigste Mann der Welt, der Präsident von Vereinigtes Schurkistan und Absurdistan! Er sieht aber auch gut aus, ich hatte einen, ähm, Höhepunkt. Wenn Sie verstehen, was ich meine …“
  „Einen Höhepunkt?“
  „Nun ja, ein kleines Malheur ist mir da passiert, mit meiner Hose, ist noch ganz feucht.“
  „Ah ja! So ein „Höhepunkt“ also. Und das ist Ihnen gar nicht peinlich, Herr Gockel?“
  „Ach was, das sieht doch keiner, mein Jackett verdeckt das. Glauben Sie mir, es gibt Peinlicheres in meinem Leben.“
  „Gewiss, das gibt es. Auch sind Sie bekannt für zahlreiche politisch skandalöse Absonderungen. Wobei, das kann ich nicht verhehlen, Ihre Statements einen gewissen Unterhaltungswert haben. Man fragt sich immer: Welchen Bolzen wird er wohl als nächstes raushaun?“
  „Was soll das? Ich war und bin immer und stets für die Freiheit! Ich bin der größte Liebhaber der Freiheit!“
  „Wessen Freiheit, Herr Gockel?“
  „Zunächst einmal die meine, dann die der Banken, der Wirtschaft, der Eliten halt.“
  „Was ist mit der Freiheit der sogenannten Arbeitnehmer, der Nichtprivilegierten, der Obdachlosen?“
  „Von wem? Sie stellen mir hier aber komische Fragen, das muss ich schon sagen. Bedenklich für einen Mitarbeiter vom ‚Sturmgeschütz der Demoktatur‘ …“
  „Wovon?“
  „Vom ‚Stürmer‘!“
  „Herr Gockel, sind Sie noch bei Verstand?“
  „Sorry, ein Versprecher … Sie arbeiten aber doch für den ‚Riegel‘?“
  „Nein, für den ‚Tiegel‘.“
  „Sie unverschämter Terrorist!“
  „Geht’s noch, Herr Gockel?“
  „Ich würde Ihnen am liebsten eine knallen! Erschleicht sich hier ein Interview für das Schmierenblatt der Friedens-Kasper, Bären-Versteher und Sozial-Schmarotzer!“
  „Ich habe mich korrekt vorgestellt. Unterlassen Sie gefälligst Ihre Beleidigungen!“
  „Da hört sich doch alles auf!“
  „Allerdings! Einen schönen Tag noch, Herr Gockel!“

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